Blaue Husaren

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Die Gründung der „Blaue Husaren Königshoven“ datiert in das Jahr 1947 zurück. Damals wurde der St. Sebastianus Schützenbruderschaft Königshoven von der britischen Militärregierung zum ersten Mal nach Beendigung des Krieges im Jahr 1945 wieder ein Festumzug zum traditionellen `Peter & Paul` Schützenfest erlaubt. Die bunten Uniformen der historischen Schützengruppen waren jedoch noch verboten, so dass diese von den Zugteilnehmern durch neutrale weiße Hemden ersetzt werden mussten. Trotzdem war die Freude in Königshoven groß, dass man nach überstandenen Kriegswirren das traditionelle Heimatfest feiern durfte. Neben den Schützengruppen nahmen außerdem noch einige zivile Gruppen am Festumzug des Jahres 1947 teil, natürlich ebenfalls in der geforderten neutralen weißen Montur. Auch der Kirchenchor „Cäcilia“ der Pfarrkirche St. Peter stellte zwei Abordnungen zur Verfügung: Die Damen nahmen in weißer Bluse und dunkelblauem Rock an den Feierlichkeiten teil und die Herren in weißem Hemd und weißer Hose. Das Engagement der Kirchensängerinnen und -sänger lässt sich auf die Tatsache zurückführen, dass der Sangesbruder Paul Jobs die Schützenkönigswürde im Jahr 1947 übernommen hatte und dazu beitragen konnte, dass das wieder auflebende Königshovener Schützenfest in halbwegs regulären Bahnen stattfinden konnte. Die folgenden Mitglieder der männlichen Abordnung in Weiß, die sozusagen als „Ehrengarde“ des Schützenkönigs Paul Jobs am Fest teilnahmen, können deshalb als Gründungsväter der heutigen „Blaue Husaren 1947 Königshoven“ bezeichnet werden: Willi Steinecke Nachdem im Jahr 1948 das Uniformverbot aufgehoben worden war und man weiterhin aktiv am Schützenfest in Königshoven teilnehmen wollte, kleideten sich die Mitglieder zunächst in eine grüne Montur, die der Uniform des II. Westfälischen Husarenregiments Nr. 11 (auch bekannt als die „Krefelder Tanzhusaren“) nachempfunden sein sollte. Etwa um 1953 hatte sich aus der ursprünglichen Kirchenchorgruppe ein unabhängiger Zugverband innerhalb der Schützenbruderschaft entwickelt. Ein Jahr später trennte sich die Gruppe von den grünen Uniformen und man entschied sich endgültig für die blaue Husarenuniform. Diese mussten damals noch ausgeliehen werden, bis die Schützenbruderschaft im Jahr 1964 eigene Uniformen anschaffte und diese den Zugmitgliedern zur Verfügung stellte. 1965 wurden von der Gruppe eigene Degen angeschafft. Die Jahre 1960 und 1973 waren für die damaligen Zugmitglieder Jubeljahre: Peter Maaßen holte den Vogel 1960 von der Stange und übernahm damit als erster Blauer Husar die Schützenkönigswürde der Schützenbruderschaft. Im Jahr 1973 übernahm der Schützenbruder und heutige Brudermeister Willy Moll diese ehrenvolle Aufgabe. Im Jahr 1984 wurde schließlich die inzwischen stark abgenutzte Leihuniform der Schützenbruderschaft gegen die eigenen, neuen leuchtend-blauen Uniformen eingetauscht, welche teilweise bis zum heutigen Tag noch in Gebrauch sind und über lange Jahre das Bild des Festzugs der St. Sebastianus Schützenbruderschaft Königshoven mitgeprägt haben. Die Verjüngung der Gruppe blieb in den folgenden Jahren aus, so dass nach der Jahrtausendwende eine repräsentative Darstellung der „Blauen“ bei den Umzügen und Paraden in sommerlicher Hitze für die älteren Mitglieder nur noch unter größer werdenden Anstrengungen möglich war. Im Jahr 2006 entschied man sich schließlich dazu, diesen traditionsreichen Schützenzug nach dem 60-jährigen Jubiläum im Jahr 2007 an jüngere Schützenbrüder zu übergeben. Im Jubiläumsjahr 2007 waren folgende Schützen Mitglied bei den „Blaue Husaren 1947 Königshoven“: Willibert Lomanns Bei der Überlegung, welcher jüngeren Schützengruppe die Geschicke der „Blaue Husaren“ anvertraut werden sollten, stieß man schnell auf den Jägerzug „Waidmannsheil 1988“, selbst ein fester Bestandteil des Königshovener Jägerregiments und mit Herz und Seele im Schützenwesen verankert. Zuträglich war in diesem Zusammenhang, dass einige Söhne der „Blaue Husaren“ in dieser Gruppe Mitglieder waren. Im Jahr 2007 trat man schließlich an den auserwählten Jägerzug mit dem Angebot zur Übergabe heran. Im Bewusstsein der großen Ehre, die diese Offerte für die Schützen des Jägerzugs bedeutete, und nicht zuletzt wegen der Verantwortung eines jeden Bruderschaftsmitglieds für das Königshovener Schützenwesen wurde dieses Angebot von den Mitgliedern des Jägerzugs gerne und dankend angenommen. Die Übergabe der Zuginsignien an die Nachfolger erfolgte durch die Mitglieder der „Blaue Husaren“ am Schützenball 2008. In einer sowohl für die Vorgänger als auch für die Nachfolger bewegenden Zeremonie marschierten die alte und die neue Garde der „Blauen“ unter dem Aufspielen des Bundestambourcorps 1911 Königshoven Schulter an Schulter in die Bürgerhalle ein. Unter den Augen von S. M. Erwin Martens wurden bei dieser Gelegenheit der versammelten Schützengemeinschaft erstmals die neuen Husarenuniformen präsentiert, welche an die Originale des „Husaren-Regiment Kaiser Nikolaus II. von Russland (1.Westfälisches) Nr. 8“ angelehnt sind und im Gegensatz zu den Vorgängeruniformen nun in dunklem Blau erstrahlen. Anschließend wurde von Oberst Willibert Lomanns sowohl die Zugstandarte als auch der Husarendolman des Zugführers an die neuen Mitglieder unter Führung von Hauptmann Willy Becker übergeben. Am Zugkönigsehrenabend 2008 bei Karl-Heinz Bremer, zu dem auch alle ehemaligen „Blauen“ eingeladen waren, wurde die gesamte „Alte Garde“ zu Ehrenmitgliedern ernannt. Der langjährige Zugführer Willibert Lomanns wurde außerdem in den Stand des „Ehrenzugführers“ erhoben. Die neue Garde der „Blaue Husaren 1947 Königshoven“ im Jahr 2008: Willy Becker Alle „neuen Blauen“ sind überzeugt, dass sie diesen traditionsreichen und vom Königshovener Schützenfest nicht wegzudenkenden Schützenzug im Sinne aller bisherigen Mitglieder weiterführen werden und stolz, einen Teil der Königshovener Bruderschaftsgeschichte repräsentieren zu dürfen. |