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Geschichte

500 Jahre
St. Sebastianus-Schützenbruderschaft Königshoven 1496 e.V.

 

Das Jahr 1996 stand in Königshoven ganz im Zeichen eines seltenen Jubiläums: Die St. Sebastianus-Schützenbruderschaft feiert ihr 500-jähriges Bestehen. Ein halbes Jahrtausend, etwa zwanzig Generationen, Krieg und Frieden, Reichtum und Armut, Glück und Elend - all das haben Männer erlebt, die sich als Schützenbrüder ganz in den Dienst der Heimat, der Kirche und ihrer Mitmenschen in der Ortschaft Königshoven gestellt haben. Die Namen von vielen, die in der Gemeinschaft der hiesigen Schützenbruderschaft in den Jahrhunderten wirkten, sind uns nicht überliefert. Doch ihr Tun hat sich zu einer Tradition entwickelt, die bis heute als Triebfeder wirkt. Auzug aus dem Buch:
St. Sebastianus-Schützenbruderschaft Königshoven 1496 - 1996

Die Königshovener Zeitrechnung - das Peter und Paul Fest
Als Höhepunkt im, Jahreskalender bis zum 2.Weltkrieg.

Auch wenn man in Königshoven eine eigene Zeitrechnung hat ( l/2 Jahr vor Peter und Paul und l/2 Jahr danach), so begann früher wie auch heute das Schützenjahr mit dem 20. Januar, dem Tag des hl. Sebastianus. Wird an diesem Tag in unserer Zeit die Jahreshauptversammlung durch geführt, so geschah das vor dem Krieg am Tag des Vogelschusses, am 3. Sonntag nach Ostern.

Wer Mitglied werden wollte, mußte beispielsweise zu Beginn der 30er Jahre 2,00 Mark Aufnahmegebühr zahlen; der jährliche Mitgliedsbeitrag belief sich auf 50 Pfg. Sobald man das 70. Lebensjahr vollendet hatte, zahlte man als Ehrenmitglied natürlich keinen Beitrag mehr. Wie auch heute wurde die Motivation, in die Bruderschaft einzutreten, in der Regel im Elternhaus angelegt, waren doch in den meisten Fällen schon Vater und Großvater Mitglieder.

Die Schießstange, in alter Zeit am Kirchhertener Weg gelegen, befand sich bereits mindestens seit vor der Jahrhundertwende mitten im Dorf neben dem Feuerwehrhaus. Nachdem man sich dort vollständig versammelt hatte, zog jedes Bruderschaftsmitglied eine Nummer, und mit der entsprechenden Reihenfolge wurde geschossen. Viele hofften, mit nur einer Kugel aus einem Vorderlader den Vogel herunter zu holen. Manchmal mußten allerdings mehrere Runden geschossen werden, bis der Vogel fiel.

Sobald ein König ermittelt war, hatte dieser - anders als heute - nur zwei Verpflichtungen, die ihn finanziell belasteten: Er mußte ein neues Schild an der Königskette anbringen lassen und auf dem Krönungsball eine begrenzte Zahl von Gästen einladen, die von ihm ausgehalten wurden. Das übrige Gefolge mußte seine Unkosten selbst übernehmen. Die nachstehende Abbildung zeigt das älteste erhaltene Schützensilber von 1763, gestiftet vom Vikar des Sebastianus-Altars, Henricus Schnitzler.
Nach Beendigung des Schießen begann die Generalversammlung in einer der Gaststätten, wo es für alle Freibier gab, großenteils von der Brauerei Lüpges, aber auch vom neuen Schützenkönig gestiftet. Vorstand und Offizierskorps zogen sich abschließend noch zum gemeinsamen Eier essen zurück.

Dann kam der Juni. Und endlich, nach einfachen Anfängen zu Beginn der 20er Jahre, nahm das Schützenfest einen ungeahnten Aufschwung. An Peter und Paul war das ganze Dorf auf den Beinen, und im Beisein vieler Auswärtiger konnte wieder prunkvoll gefeiert werden.

Die Presse vermeldete 1926:
Das althergebrachte und beliebte Schützenfest der St. Sebastianus -Bruderschaft Königshoven wurde am Sonntag und Dienstag in überaus glanzvoller Weise gefeiert. Das schönste und malerischste Bild bot der große Festzug, der an beiden Tagen durch den reich geschmückten Ort zog. Die große Zahl der Schützen in Festpracht und die historischen Gruppen mit ihrren geschmackvollen Uniformen, wobei annähernd 90 Berittene, erzielten geradezu Bewunderung unter den Zuschauern. (ErftBote v. 1. Juli 1926).

 

 

 

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