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Bundestambourkoprs Königshoven

Aus dem, von Vikar Finnmann gegründeten Jünglingsvereins “Tapfer und Treu”, ging am 15. April 1911 das Tambourkorps Königshoven hervor. Die Ausbildung erfolgte durch Spielleute, die aktiv in Spielmannszügen der Kaiserlichen Armee dienten.

Im September 1912 erfolgte dann bereits der erste Auftritt zur Spätkirmes in Königshoven. Das Tambourkorps Königshoven hatte mit seinem Major Jakob Weingarten vier Tambouren und vier Flötisten ein gut tragendes Fundament, dieses wurde jedoch mit Beginn des ersten Weltkrieges unterbrochen.

1920 begann der Neuaufbau des Korps. Durch ständige Ausbildung neuer, junger Leute erreichte man Mitte der zwanziger Jahre eine beachtliche Spielstärke von 18 Personen.

1930 wurde das Instrumentarium um eine große Trommel (Pauke) erweitert und neue Uniformen angeschafft; die ersten Uniformen im mittlerweile traditionellen grün. Erneut wurde dann durch den zweiten Weltkrieg die positive Entwicklung des Vereins unterbrochen. Die Kriegs- und Nachkriegszeit ließ zuerst keinen Neubeginn zu, sodass erst 1948 das Tambourkorps 1911 Königshoven wieder öffentlich in Erscheinung trat. Bis zum Schützenfest “Peter und Paul” 1950 war die Korpsstärke auf 26 Spieler gewachsen.

1951 übernahm Heinrich Büttgenbach die musikalische Leitung des Tambourkorps. Unter seiner Führung wurden dann erstmals auch wieder jugendliche Spielleute ausgebildet. Unvergesslich aus dieser Zeit sind die jährlichen Tambourwettstreite zu Ostermontag.

Manfred Mikosch, Tambourmajor von 1962 - 1981, legte dann den Grundstein für den heutigen Erfolg des Tambourkorps Königshoven. Der Klangkörper wurde um die erste Lyra erweitert und neue Musikstücke einstudiert. Paradetrommeln sowie zwei weitere Lyren wurden angeschafft. Mit Beginn der Umsiedlung des Dorfes Königshoven 1976 (Das Dorf musste dem Tagebau Garzweiler weichen) begannen die Sorgen des Majors. Wohnten in den früheren Jahren die Mitglieder des Tambourkorps in Königshoven, begann jetzt die Zeit in der mehr “Auswärtige” im Verein waren. Aber gerade diese Zeit fügte die Kameradschaft verstärkt zusammen.

Zum 70 jährigen Bestehen 1981 übergab Manfred Mikosch den Tambourstab an seinen Sohn Hartmut Mikosch. Die Korpsstärke wuchs jetzt auf über 50 Mitglieder. Generationsprobleme waren jedoch ein Fremdwort. Das Jubiläum 1986, 75 Jahre Tambourkorps 1911 Königshoven, wurde zum bis dahin größten Fest in der Vereinsgeschichte. Über 700 Musiker und 800 Schützen waren zu Gast in Königshoven. Einen lang gehegten Wunsch, das Wahrzeichen der Marschmusik, einen großen Schellenbaum, schenkte sich das Korps 1987.

1998 war das erfolgreichste Jahr des Vereins. Im Mai wurde das Tambourkorps 1911 Königshoven vom Bund der Deutschen Historischen Schützenbruderschaften, in Koblenz zum

 BUNDESTAMBOURKORPS 1911 KÖNIGSHOVEN

ernannt. Im gleichen Jahr gewann man beim Bundesschützenfest in Düren den ersten Preis aller Bundesmusikvereinigungen. Im Jubiläumsjahr 2001, zum 90-jährigen Bestehen, zählte das Bundestambourkorps 1911 Königshoven 52 aktive Spielmannsleute.

Im November 2003 beendete Hartmut Mikosch seine aktive Majors-Aufgabe. Im Mai 2004 wurde Hartmut Mikosch im Rahmen eines Großen Zapfenstreiches verabschiedet und, nach seinem Vater Manfred Mikosch, ebenfalls zum Ehrenmajor ernannt.

Die Wahl zum 1. Major fiel auf den 36-jährigen Klaus Schmitz, welcher sattelfest auf eine fundierte Ausbildung als Spielmann zurückgreifen konnte. Unter Klaus Schmitz wurde die Zusammenarbeit mit den Musikkapellen intensiviert.

Es wurden musikalisch anspruchsvolle Märsche und Konzertstücke einstudiert und diese nach gemeinsamen Proben mit den verschiedensten Musikkapellen aus Nah und fern aufgeführt. So entstand auch im Laufe der Jahre eine Freundschaft mit der Jugendblaskapelle Fensterbach in der Oberpfalz sowohl auf Vereinsebene, als auch in privater Hinsicht.

Das Bundestambourkorps wurde vom 06.06. bis 08.06.2008, anlässlich des 40 jährigen Jubiläums der Musiker aus der Oberpfalz, erneut nach Fensterbach eingeladen. Dieses Wochenende war dann auch der Startschuss für die ersten Planungen zum 100-jährigen Vereinsjubiläum des Bundestambourkorps 1911 Königshoven.

Nach langen intensiven Vorbereitungen wurde dann vom 20. - 22. Mai 2011 ein Fest gefeiert, welches, aufgrund seiner vielen Höhepunkte, noch lange in der Erinnerung aller Beteiligten bleiben wird.

Klaus Schmitz nahm das 100-jährige Bestehen des Vereins zum Anlass, seine aktive Karriere als Tambourmajor und Spielmann in den Reihen des Bundestambourkorps zu beenden. Die musikalische Leitung lag nun für den Rest der Saison kommissarisch in den Händen seines Stellvertreters, Andreas Pütz, welcher dann im November 2011 durch die Jahreshauptversammlung als Tambourmajor bestätigt wurde.

Nachdem auch der langjährige erste Vorsitzende Heinz-Peter Hurtz, sowie weitere verdiente Funktionsträger, die ihr Amt zur Verfügung stellten, begannen für den nunmehr runderneuerten Vorstand unter der Leitung des neuen ersten Vorsitzenden Guido Geyr, die Vorbereitungen für das Jahr 2012, wozu die Anschaffung neuer Trommeln, oder die gemeinsame Fahrt nach Berlin aufgrund einer Einladung des Mitgliedes des Deutschen Bundestages Willy Zylajew zu erwähnen sind. Die Mitglieder des Bundestambourkorps 1911 Königshoven erhielten exklusive Einblicke in das

Geschehen des Deutschen Bundestages und das bunte Treiben der Bundeshauptstadt. Den unvergesslichen Höhepunkt dieses Ausfluges stellte der Auftritt der Spielleute vor dem Brandenburger Tor dar.

Zu Beginn des Jahres 2013 zog es die Vereinsmitglieder erneut in die Ferne. Auf Einladung der Jugendblaskapelle Fensterbach fuhr man vom 19.- 21.April in die Oberpfalz um dort seine Aufwartung zum 45-jährigen Bestehen des Vereins zu machen. Auch wenn die musikalische Gestaltung des Wochenendes im Mittelpunkt stand, kam einmal mehr die Kameradschaftspflege nicht zu kurz.

Im Laufe des Sommers spielt man zu 12 Schützenfesten in näherer und weiterer Umgebung auf. Hinzu kommen noch die Ständchen zu Geburtstagen, Goldhochzeiten, Auftritte an St. Martin und bei Karnevalsumzügen. Mit den wöchentlichen Proben hat somit jedes Mitglied im Jahr ca. 75 - 80 Auftritte.

www.btk-koenigshoven.de

 

© 2016 by Robert Heinen